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Kurt Liedwart / Phil Raymond
Rim
MIKROTON CD 45 | 2016

Edition of 300

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PHYSICAL | CD

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5. 22:45

Kurt Liedwart lloopp, electronics, percussion
Phil Raymond computer, percussion

Phil Raymond lives in Moscow and has been working with microlevels of sound for ten years. In 2009 he worked mainly with electroacoustic manipulations of percussion using different methods of computer processing and recording. "Rim" is his second recording released by Mikroton family of labels following critically acclaimed "Absence" released by Mikroton Digital in 2008.

In 2009 he joined his forces with Kurt Liedwart, a Moscow-based musician and curator of Mikroton Recordings. Phil submitted his recordings of percussion and Liedwart reworked them live adding more sounds of his own like processed percussion, sinewaves and quiet noises.

"Rim" comprises five distinct pieces, sometimes warm and comfortable, sometimes making the listener find out new perspectives. Liedwart created inventive systems of sound matters, working with both percussion and electronics, carefully adapting other musician's materials.

Reviews

freiStil, Andreas Fellinger:
Kurt Liedwart hat wieder einen Schwung Neuerscheinungen aus Moskau ans Licht der Öffentlichkeit gebracht, die sich allesamt durch elektronische oder von Elektronik insprierte Feinmechanik auszeichnen. So schafft er seit Jahren ein internationales Netzwerk an Musikern, seltener auch an Musikerinnen, die sich auf die konsequente Arbeit so minimalistischer wie eigensinniger Strukturen konzentrieren.
Die Schnittmenge von AMM und Angles 9 manifestiert sich im Duo Keith Rowe & Martin Küchen, dessen Debüt the bakery in den Wiener Amann Studios aufgenommen wurde. Kleine Brötchen werden hier quasi in der Mikrowelle gebacken, tonale Verschiebungen sind höchstens unter der Lupe wahrnehmbar, die Klangerzeuger entziehen sich ihrer Definition. Gitarre, Elektronik, Saxofone, Radio, i-Pod, alles wird durch gezielte Transformation seiner ursprünglichen Klangwelt enthoben. Klarheit entsteht durch Diffusion, nichts mehr hat alles zu bedeuten. Rhytmisch legen es Kurt Liedwart & Phil Raymond auf rim an, wobei hinter dem Künstlernamen von Kollegen Liedwart der Mikroton-Labelbetreiber sich verbirgt. Für seine digitalen Zwecke benutzt er im übrigen das von Klaus Filip entwickelte lloopp-Programm, mit dem u.a. auch Christof Kurzmann sein musikalisches Œvre bestreitet. Daneben bedient er die Perkussion – wie auch sein Partner Phil Raymond, der ebenfalls zusätzlich am Computer Platz nimmt.
Etwas kraftvoller gehen Norbert Möslang / Ilia Belorukov / Kurt Liedwart auf sale_interiora zur Sache. Lautstark brutzelt das Soundschnitzel, bis es dunkelbraun wird. Die Sache ist durch, wenn auch noch nicht gegessen; medium rare ist ihre Absicht gar nicht. Der Fieps darf auch bei Gaudenz Badrutt & Christian Müller reinkommen, wenn sich die beiden Eidgenossen ihre Klangpartikel unter strøm setzen. Nach kurzem Aufwärmen kommt bald Stimmung in die Bude, die Festplatten nehmen erhöhte Temperatur an, das Fieber steigt, das Heftige ersetzt das Bedächtige. Aus dem CD-Paket heraus ragt future perfect von Serge Baghdarrians / Boris Baltschun / Burkhard Beins. Ein Haufen an Gerätschaften kommt hier zum Einsatz: Mischpult, E-Gitarre, Delays, Computer, Sampler, Perkussion und Zither. Daraus fabriziert das Trio ein kompaktes Amalgam, ein schlüssiges Sammelsurium aus differenten, ausdifferenzierten Sounds. Und unsicherheitshalber wird das Cover auf Russisch gestaltet. Digitale Expeditionen aus dem besseren Russland laden zur Entdeckung ein.

Bad Alchemy, Rigobert Dittmann:
Auf RIM (mikroton cd 45) ist wieder der Labelmacher KURT LIEDWART selber zu hören, mit Lloopp & Electronics, zusammen mit PHIL RAYMOND an Computer. Zusammen meint, dass der ebenfalls in Moskau lebende Raymond, der ansonsten nur noch durch den Miktroton-Digital-Release "Absence" (2008) aktenkundig ist, perkussiven Grundstoff zur Verfügung stellte, den Liedwart im Moskauer Partisanstudio 2009 überarbeitete und erweiterte. So dass nun Geräuschverläufe erklingen aus kleinen Verwerfungen, Vibrationen, einer Körnung, die wie submarin dröhnt und prickelt. Darüber scheinen Sinus- und winzige Flatterwellen auf, zugleich wie sehr weit entfernt und daher dumpf, und hautnah, ja sogar wie vergrößert, als ob man im Innern des Gärprozesses stecken würde. Dazwischen klingt es industrialer und man meint Turbinen sausen und brummen und Rotationsmaschinen flattern zu hören. Zuletzt wieder gedämpft auf eine Verkettung sirrend und surrend mahlender und pulsierender Spuren während der Nachtschicht, der ein träumerischer Sinn entflieht in eine quecksilbrig sprudelnde Strömung, zwischen Gezwitscher und fernem Hundegebell. Aber sich wiederfindet in anschwellendem und abflauendem Lärmsmog.

Le Son Du Grisli, Guillaume Belhomme:
En 2009, Kurt Liedwart travailla, à coup de lloopp et d’électronique, à la déformation du son de percussions préalablement enregistrées (et modifiées sans doute déjà) par Phil Raymond. De graves enveloppants en agaçantes ondes sinus, le duo est parvenu à consigner là cinq pièces d’une abstraction qui ne bat pas le rythme, certes, mais pulse bel et bien, elle aussi.

Vital Weekly, Frans de Waard:
On the other new release, Liedwart gets credit for playing lloopp, electronics and percussion and he teams up with one Phil Raymond. He plays computer and percussion and together they released ‘Absence' in 2008 as a download and 'Rim' is their second album. Somehow, somewhere they use a fair bit of percussion sounds in this music, heavily processed, the information tells us, but also adding more percussion, sine waves and quiet noises as the music progresses. While many of the releases by Mikroton are in the realm of improvised music in one way or another, this one seems to be made within that too but it doesn't sound like it. Or at least not to the same extent. In each of these five pieces there is some deep rumble to be heard, of various bass tones colliding together in all sorts of forms and shapes and on top of that there is some highly obscure rattle of a solitary object. More dark ambient, I would think, than strictly some kind of beep/scratch improvised music release. I thought all of this was highly enjoyable. Not because it was so much different than other works in this particular scene, but because it was quite a lone wolf in the Mikroton catalogue.